Informationen zu den Bands auf der CD

GARMARNA (Schweden)

O Euchari

Seit Beginn der Neunziger gehört das Quintett zu den Pionieren des schwedischen Neo-Folk: Im Vergleich zu Hedningarna oder Groupa experimentieren Emma Härdelin und ihre Mitstreiter stärker mit elektronischen Effekten und Samples. Ein Meisterwerk von 1999 war die dritte CD „Vedergällningen“ und mit dem Titel „O Euchari“: Garmarnas Mixtur aus Mittelalter-Folk, Rock und TripHop katapultierte die schwedische Volksmusik ins nächste Jahrtausend. Übrigens: Auf dem Folge-Album „Hildegard von Bingen“ taucht der auf einem Text dieser Äbtissin basierende Song erneut auf, jedoch nicht so schlüssig wie hier.

Seit Beginn der Neunziger gehört das Quintett zu den Pionieren des schwedischen Neo-Folk: Im Vergleich zu Hedningarna oder Groupa experimentieren Emma Härdelin und ihre Mitstreiter stärker mit elektronischen Effekten und Samples. Ein Meisterwerk von 1999 war die dritte CD „Vedergällningen“ und mit dem Titel „O Euchari“: Garmarnas Mixtur aus Mittelalter-Folk, Rock und TripHop katapultierte die schwedische Volksmusik ins nächste Jahrtausend. Übrigens: Auf dem Folge-Album „Hildegard von Bingen“ taucht der auf einem Text dieser Äbtissin basierende Song erneut auf, jedoch nicht so schlüssig wie hier.

SVÄNG (Finnland)

Tango De La Abuelita

Was wäre Finnland ohne Tango! Das Quartett Sväng setzt der Tango-Verliebtheit der Nordländer aber noch eins drauf, indem sie sich auf Mundharmonikas beschränken. Eero Turkka, Eero Grundström, Pasi Leino und Jouko Kyhälä haben auf ihren Instrumenten eine so einzigartige Virtuosität erreicht, dass sie ihren „Oma-Tango“ – eine Großmutter erinnert sich an ihre Jugend als Zirkus-Artistin – leidenschaftlicher swingen lassen als die meisten argentinischen Combos. Dass der an der Sibelius-Universität unterrichtende Kyhälä eine Doktorarbeit über die Mundharmonika geschrieben hat, verwundert dann nicht mehr.

Was wäre Finnland ohne Tango! Das Quartett Sväng setzt der Tango-Verliebtheit der Nordländer aber noch eins drauf, indem sie sich auf Mundharmonikas beschränken. Eero Turkka, Eero Grundström, Pasi Leino und Jouko Kyhälä haben auf ihren Instrumenten eine so einzigartige Virtuosität erreicht, dass sie ihren „Oma-Tango“ – eine Großmutter erinnert sich an ihre Jugend als Zirkus-Artistin – leidenschaftlicher swingen lassen als die meisten argentinischen Combos. Dass der an der Sibelius-Universität unterrichtende Kyhälä eine Doktorarbeit über die Mundharmonika geschrieben hat, verwundert dann nicht mehr.

LENA WILLEMARK + ALE MÖLLER (Schweden)

Kom Helge Ande

Die „Grande Dame des Schweden-Folk“ Lena Willemark lernte alte Gesangs- und Geigentraditionen bei erfahrenen Musikern ihrer mittelschwedischen Heimat. Und der an allen Kulturkreisen interessierte Mandola-Meister Ale Möller gilt als große Integrationsfigur der skandinavischen Volksmusik. Ihr gemeinsames „Nordan“-Projekt, aus dem dieser auf einem Text von Martin Luther basierende Song stammt, vertont nordische Hirtengesänge und alte Lieder der Fischerfrauen. Jazz-Legenden wie Bassist Palle Danielsson und Saxofonist Jonas Knutsson halfen mit, die Traditionals mit grimmig-karger Schönheit auszustatten.

Die „Grande Dame des Schweden-Folk“ Lena Willemark lernte alte Gesangs- und Geigentraditionen bei erfahrenen Musikern ihrer mittelschwedischen Heimat. Und der an allen Kulturkreisen interessierte Mandola-Meister Ale Möller gilt als große Integrationsfigur der skandinavischen Volksmusik. Ihr gemeinsames „Nordan“-Projekt, aus dem dieser auf einem Text von Martin Luther basierende Song stammt, vertont nordische Hirtengesänge und alte Lieder der Fischerfrauen. Jazz-Legenden wie Bassist Palle Danielsson und Saxofonist Jonas Knutsson halfen mit, die Traditionals mit grimmig-karger Schönheit auszustatten.

JONAS KNUTSSON + JOHAN NORBERG (Schweden)

Resan

2004 veröffentlichten der Saxofonist Jonas Knutsson – bekannt u.a. durch sein Spiel bei Lena Willemark – und der Gitarrist Johan Norberg mit der CD „Norrland“ eine stimmungsvolle Liebeserklärung an ihr Land. Inzwischen sind sie bei der dritten Folge angekommen, bei der sie sich zauberhafte Verstärkung durch das Gesangsquartett Kraja holten. Mit „Resan“ haben wir jedoch bewusst einen Instrumental-Track ausgewählt, da dort die klangmalerische Kraft der Schweden deutlicher zutage tritt. Mit Kantele, Tenorsaxophon und Kontrabass nehmen sie uns mit auf eine anmutige Traumreise ins historische Nordland.

2004 veröffentlichten der Saxofonist Jonas Knutsson – bekannt u.a. durch sein Spiel bei Lena Willemark – und der Gitarrist Johan Norberg mit der CD „Norrland“ eine stimmungsvolle Liebeserklärung an ihr Land. Inzwischen sind sie bei der dritten Folge angekommen, bei der sie sich zauberhafte Verstärkung durch das Gesangsquartett Kraja holten. Mit „Resan“ haben wir jedoch bewusst einen Instrumental-Track ausgewählt, da dort die klangmalerische Kraft der Schweden deutlicher zutage tritt. Mit Kantele, Tenorsaxophon und Kontrabass nehmen sie uns mit auf eine anmutige Traumreise ins historische Nordland.

VALVRAN (Färöer / Dänemark)

Ólavur Riddararós

Ob es mit der geografischen Lage zusammen hängt, dass alle nordatlantischen Frauenstimmen mehr oder weniger Björk ähneln? Wie auch immer: Die wilde ungezügelte Kraft der färöischen Sängerin Anna Katrin Egilstrøð fügt sich aufs Beste mit dem kraftvollen Drumming des Schweizers Juan Pino zusammen, und die beiden Dänen Søren Hammerlund sowie Martin Seeberg legen mit einem furiosen Veitstanz aus Fiedeln, Dudelsäcken, Flöten und Samples nach. Doch das Thema erfordert ja auch solch harsches Vorgehen: Es ist sicher recht abenteuerlich, wenn man auf dem Weg zu seiner Hochzeit von Elfen entführt wird ...

Ob es mit der geografischen Lage zusammen hängt, dass alle nordatlantischen Frauenstimmen mehr oder weniger Björk ähneln? Wie auch immer: Die wilde ungezügelte Kraft der färöischen Sängerin Anna Katrin Egilstrøð fügt sich aufs Beste mit dem kraftvollen Drumming des Schweizers Juan Pino zusammen, und die beiden Dänen Søren Hammerlund sowie Martin Seeberg legen mit einem furiosen Veitstanz aus Fiedeln, Dudelsäcken, Flöten und Samples nach. Doch das Thema erfordert ja auch solch harsches Vorgehen: Es ist sicher recht abenteuerlich, wenn man auf dem Weg zu seiner Hochzeit von Elfen entführt wird …

RUSK (Norwegen)

Hurt

Obwohl das phantastische Original von Nine Inch Nails stammt, hat Johnny Cash diesen Song in unsere Herzen eingegraben. Ein Johnny Cash, der das Lied schwer krank kurz vor seinem Tod aufnahm und mit einer erdrückenden Emotionalität durchlebte. Kein leichtes Erbe für das Trio Rusk, diesen Meilenstein zu interpretieren. Doch Sängerin Unni Løvlid, Akkordeonist Frode Haltli – beide auch solo mit epochalen Aufnahmen etabliert – sowie Geiger Vegar Vårdal schaffen das Kunststück, den sakralen Ernst von „Hurt“ zu bewahren und ihn dennoch in ein von der Hardanger-Tradition gekleidetes Folkgewand zu kleiden.

Obwohl das phantastische Original von Nine Inch Nails stammt, hat Johnny Cash diesen Song in unsere Herzen eingegraben. Ein Johnny Cash, der das Lied schwer krank kurz vor seinem Tod aufnahm und mit einer erdrückenden Emotionalität durchlebte. Kein leichtes Erbe für das Trio Rusk, diesen Meilenstein zu interpretieren. Doch Sängerin Unni Løvlid, Akkordeonist Frode Haltli – beide auch solo mit epochalen Aufnahmen etabliert – sowie Geiger Vegar Vårdal schaffen das Kunststück, den sakralen Ernst von „Hurt“ zu bewahren und ihn dennoch in ein von der Hardanger-Tradition gekleidetes Folkgewand zu kleiden.

KAREN & HELENE (Dänemark)

Skøn Sired

Zwei der schönsten dänischen Stimmen auf einer CD: Karen Mose singt bei der Formation Phønix, und Helene Blum hat unter eigenem Namen superbe Alben vorgelegt. Das Ende des 18. Jahrhunderts von Thomas Thaarup und J.A.P. Schulz komponierte „Skøn Sired“ singt Helene Blum allerdings allein, begleitet von Geiger Harald Haugard und Gitarrist Morten Alfred Høirup – die als Duo nicht minder exquisite CDs eingespielt haben. Der Text dieses wohl schönsten Songs der ganzen CD handelt über eine hübsche, von vielen Männern begehrte Frau, doch wie es so ist – sie liebt und verzehrt sich nur nach einem Anderen ...

Zwei der schönsten dänischen Stimmen auf einer CD: Karen Mose singt bei der Formation Phønix, und Helene Blum hat unter eigenem Namen superbe Alben vorgelegt. Das Ende des 18. Jahrhunderts von Thomas Thaarup und J.A.P. Schulz komponierte „Skøn Sired“ singt Helene Blum allerdings allein, begleitet von Geiger Harald Haugard und Gitarrist Morten Alfred Høirup – die als Duo nicht minder exquisite CDs eingespielt haben. Der Text dieses wohl schönsten Songs der ganzen CD handelt über eine hübsche, von vielen Männern begehrte Frau, doch wie es so ist – sie liebt und verzehrt sich nur nach einem Anderen …

PINIARTUT (Grönland / Finnland / Färöer)

Verkko – The Net

Piniartut – das westgrönländischen Wort „Piniartoq“, bzw das finnische Wort „Piniartut“  bedeutet „Jäger“ – ist eine Zusammenkunft vieler nordischer Talente: Tellu Virkkala (Sängerin bei Hedningarna) und Ville Kangas – einer der wichtigsten Mutli-Instrumentalisten seines Landes – stammen beide aus Finnland. Sänger Rasmus Lyberth lebt in Grönland. Und Keyboarder Kristian Blak betreibt mit „Tutl“ das einzige Platten-Label auf den Färöer Inseln. Dazu passend handelt der kraftvolle, sowohl an Hedningarna als auch an keltische Herkunft erinnernde Song „Verkko“ das richtige Knüpfen eines Fischernetzes.

Piniartut – das westgrönländischen Wort „Piniartoq“, bzw das finnische Wort „Piniartut“ bedeutet „Jäger“ – ist eine Zusammenkunft vieler nordischer Talente: Tellu Virkkala (Sängerin bei Hedningarna) und Ville Kangas – einer der wichtigsten Mutli-Instrumentalisten seines Landes – stammen beide aus Finnland. Sänger Rasmus Lyberth lebt in Grönland. Und Keyboarder Kristian Blak betreibt mit „Tutl“ das einzige Platten-Label auf den Färöer Inseln. Dazu passend handelt der kraftvolle, sowohl an Hedningarna als auch an keltische Herkunft erinnernde Song „Verkko“ das richtige Knüpfen eines Fischernetzes.

JOHAN SARA JR. (Norwegen)

Mánnu/The Moon

Mari Boine mag die bekannteste Neuzeit-Joikerin sein, aber es gibt zahlreiche weitere samische Musiker, die – wie die Rentierzüchter auch – alte Traditionen mit modernen Mitteln erneuern. Der aus der „Sami-Hauptstadt“ Kautokeino stammende Johan Sara Jr. kann auf eine reiche Erfahrung zurückgreifen: Studium der klassischen Gitarre, Produzent, Schauspieler, Komponist, Lektor. Sein Lied über den Mond vereint sphärische Electronics mit theatralisch-ausdrucksstarkem Gesang, kraftvolle Joiks mit Audun Erliens prachtvollem Bass-Spiel, Geir Lysnes heiser gehauchtes Saxofon mit dumpf pochender Perkussion.

Mari Boine mag die bekannteste Neuzeit-Joikerin sein, aber es gibt zahlreiche weitere samische Musiker, die – wie die Rentierzüchter auch – alte Traditionen mit modernen Mitteln erneuern. Der aus der „Sami-Hauptstadt“ Kautokeino stammende Johan Sara Jr. kann auf eine reiche Erfahrung zurückgreifen: Studium der klassischen Gitarre, Produzent, Schauspieler, Komponist, Lektor. Sein Lied über den Mond vereint sphärische Electronics mit theatralisch-ausdrucksstarkem Gesang, kraftvolle Joiks mit Audun Erliens prachtvollem Bass-Spiel, Geir Lysnes heiser gehauchtes Saxofon mit dumpf pochender Perkussion.

KRAJA (Schweden)

Den Signade Dagen

Stimmen wie ein klarer, heller Sommertag: Wenn die vier Mädels ihre traditionellen Volkslieder anstimmen, kann man nur in stiller Ergriffenheit lauschen. Ganz unmanieriert, ganz ungekünstelt und ohne Ornamentik singen Eva und Lisa Lestander, Linnea Nilsson und Frida Johansson mit „Den Signade Dagen“ ein schnörkelloses Lied aus Norrbotten. Auch die Fotos vermitteln fast kitschig-ländliche Schweden-Idylle, aber angesichts der Reinheit dieses Chorgesangs wird schnell klar: Karja sind einfach so, fest verwurzelt in ihrer nordischen Heimat. Eine „ganz andere Girlgroup“, die noch lange fortbestehen möge!

Stimmen wie ein klarer, heller Sommertag: Wenn die vier Mädels ihre traditionellen Volkslieder anstimmen, kann man nur in stiller Ergriffenheit lauschen. Ganz unmanieriert, ganz ungekünstelt und ohne Ornamentik singen Eva und Lisa Lestander, Linnea Nilsson und Frida Johansson mit „Den Signade Dagen“ ein schnörkelloses Lied aus Norrbotten. Auch die Fotos vermitteln fast kitschig-ländliche Schweden-Idylle, aber angesichts der Reinheit dieses Chorgesangs wird schnell klar: Karja sind einfach so, fest verwurzelt in ihrer nordischen Heimat. Eine „ganz andere Girlgroup“, die noch lange fortbestehen möge!

LA SEGA DEL CANTO (Finnland)

Salli Mun Olla Kultisi Sun (I Wanna Be Loved By You)

Kommen aus Finnland nur bizarre Folk-Comedy-Wirrköpfe? Es scheint so: J.J. Calo an der singenden Säge und Mr. Pulp an der Pumporgel – zusammen bilden sie das Duo La Sega Del Canto – covern zwischendurch gern und respektlos Klassiker der Popgeschichte. Das von Marilyn Monroe gehauchte und von M.A. Numminen ins Finnische übersetzte „I Wanna Be Loved By You“– wird in den Händen der beiden brummigen Kauze so zur schelmischen Witznummer. Dazu passend murmelt am Ende des Songs eine Stimme emotionslos: „One day I found the dark side of the moon.“ Jammerschade allerdings, dass sich das Duo aufgelöst hat.

Kommen aus Finnland nur bizarre Folk-Comedy-Wirrköpfe? Es scheint so: J.J. Calo an der singenden Säge und Mr. Pulp an der Pumporgel – zusammen bilden sie das Duo La Sega Del Canto – covern zwischendurch gern und respektlos Klassiker der Popgeschichte. Das von Marilyn Monroe gehauchte und von M.A. Numminen ins Finnische übersetzte „I Wanna Be Loved By You“– wird in den Händen der beiden brummigen Kauze so zur schelmischen Witznummer. Dazu passend murmelt am Ende des Songs eine Stimme emotionslos: „One day I found the dark side of the moon.“ Jammerschade allerdings, dass sich das Duo aufgelöst hat.

INSTINKT (Dänemark)

INSTINKT (Dänemark)

h2. <br />
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Musik wie ein Fausthieb: Wo andere zart besaitet ihre Geigen streicheln, peitschen die drei Weiber und zwei Kerle wilde Folktänze aus ihren Instrumenten. Die Drums prügeln derb, der Bass grummelt bedrohlich, die Geigen sägen und raspeln wie Holzfäller bei der Arbeit. Die Dänen komponieren ihre Lieder selbst, doch stilistisch könnten sie ebenso gut Volksgut sein. Obwohl Balladen vorkommen, gehört das von Martin Seeberg geschriebene „Bjerg 2“ – derselbe Martin übrigens, der auch bei Valravn spielt und früher bei Sorten Muld tätig war – zu den eher grobschlächtigen Vertretern im Instinkt-Repertoire.

Musik wie ein Fausthieb: Wo andere zart besaitet ihre Geigen streicheln, peitschen die drei Weiber und zwei Kerle wilde Folktänze aus ihren Instrumenten. Die Drums prügeln derb, der Bass grummelt bedrohlich, die Geigen sägen und raspeln wie Holzfäller bei der Arbeit. Die Dänen komponieren ihre Lieder selbst, doch stilistisch könnten sie ebenso gut Volksgut sein. Obwohl Balladen vorkommen, gehört das von Martin Seeberg geschriebene „Bjerg 2“ – derselbe Martin übrigens, der auch bei Valravn spielt und früher bei Sorten Muld tätig war – zu den eher grobschlächtigen Vertretern im Instinkt-Repertoire.

SUDEN AIKA (Finnland)

Enkelit IV

Solch eine Ansammlung der besten finnischen Stimmen findet man – abgesehen vielleicht von Värttinä – wohl kein zweites Mal: Tellu Turkka (geborenen Virkkala) war Sängerin bei Hednigarna, Liisa Matveinen bei Tallari und ebenfalls Hednigarna. Die beiden Frauen – studiert haben sie an der Sibelius-Akademie – haben außerdem im Duo veröffentlicht, doch hier singen sie zusammen mit Karaiina Airas und Nora Vaura und erreichen mit ihrer traumhaften Sicherheit eine neue Dimension: „Man kann beim Singen den Moment erleben, wo die Zeit stehen bleibt und man miteinander im Einklang ist“, bestätigt auch Turkka.

Solch eine Ansammlung der besten finnischen Stimmen findet man – abgesehen vielleicht von Värttinä – wohl kein zweites Mal: Tellu Turkka (geborenen Virkkala) war Sängerin bei Hednigarna, Liisa Matveinen bei Tallari und ebenfalls Hednigarna. Die beiden Frauen – studiert haben sie an der Sibelius-Akademie – haben außerdem im Duo veröffentlicht, doch hier singen sie zusammen mit Karaiina Airas und Nora Vaura und erreichen mit ihrer traumhaften Sicherheit eine neue Dimension: „Man kann beim Singen den Moment erleben, wo die Zeit stehen bleibt und man miteinander im Einklang ist“, bestätigt auch Turkka.

KATAJAK DUO (Arktis)

Arctic Katajak Songs IV

Mary Iqualuk und Nelly Echaluq gelten als die Besten der Inuit-Gesangskunst. Die Lippen bleiben fast bewegungslos, wenn sie sich gegenüber stehen, die Hände haltend, sich hin und her wiegend. Ihre keuchend-gutturalen, im schnellen Wechsel vorgetragenen Kiekser wirken auf unsere Ohre sehr ungewohnt und erinnern an Naturlaute: Sind das Eisbären, Vögel, Wölfe? Die Inuit erklären die Herkunft ihrer Gesänge so: Die Vögel haben uns das Tanzen und Singen beigebracht, wir singen in der Balzhaltung der Wildgänse. Katajaq ist die Sprache der Tunnituarit – kleiner Erdgeister, die in verlassenen Iglus leben“.

Mary Iqualuk und Nelly Echaluq gelten als die Besten der Inuit-Gesangskunst. Die Lippen bleiben fast bewegungslos, wenn sie sich gegenüber stehen, die Hände haltend, sich hin und her wiegend. Ihre keuchend-gutturalen, im schnellen Wechsel vorgetragenen Kiekser wirken auf unsere Ohre sehr ungewohnt und erinnern an Naturlaute: Sind das Eisbären, Vögel, Wölfe? Die Inuit erklären die Herkunft ihrer Gesänge so: Die Vögel haben uns das Tanzen und Singen beigebracht, wir singen in der Balzhaltung der Wildgänse. Katajaq ist die Sprache der Tunnituarit – kleiner Erdgeister, die in verlassenen Iglus leben“.

TERJE ISUNGSET (Norwegen)

Duottarjogas

Perkussionist Terje Isungset macht es sich nicht leicht: Er benutzt Instrumente aus Eis. Da er die nicht transportieren kann, gestaltet sich eine Tournee naturgemäß schwierig: Im Normalfall muss der Norweger seine Klangerzeuger vor Ort mit Motorsäge und Messern fertigen. „Duottarjogas“ wurde bei einem Konzert am 12. Januar 2007 in Kautokeino aufgenommen. Die Temperatur lag bei -33 Grad, am Himmel stand Nordlicht. Isungset klöppelte versonnen auf seinem Eis-Drumset, Sara Marielle Gaup ergänzte getragenen Joik-Gesang. Wenn man um die Entstehung der klirrenden Klänge weiß, faszinieren sie umso stärker.

Perkussionist Terje Isungset macht es sich nicht leicht: Er benutzt Instrumente aus Eis. Da er die nicht transportieren kann, gestaltet sich eine Tournee naturgemäß schwierig: Im Normalfall muss der Norweger seine Klangerzeuger vor Ort mit Motorsäge und Messern fertigen. „Duottarjogas“ wurde bei einem Konzert am 12. Januar 2007 in Kautokeino aufgenommen. Die Temperatur lag bei -33 Grad, am Himmel stand Nordlicht. Isungset klöppelte versonnen auf seinem Eis-Drumset, Sara Marielle Gaup ergänzte getragenen Joik-Gesang. Wenn man um die Entstehung der klirrenden Klänge weiß, faszinieren sie umso stärker.

MARIA KALANIEMI (Finnland)

Så Skimrande Var Aldrig Havet

Mit ihrem Album „Bellow Poetry“ betrat die studierte Akkordeonistin insofern Neuland, als sie das erste Mal eine CD solo einspielte. Auch als Sängerin trat sie bisher kaum in Erscheinung, dabei macht sie ihre Sache glänzend: Ihre Stimme ist fest und voller Ausdruck, doch die Strahlkraft ihres Akkordeons bleibt Spitzenreiter: Jubilierend, fast überschäumend übernehmen das Gebläse und der Gesang abwechselnd die Führung und lassen keine weiteren Begleiter vermissen. Runengesängen und Hirtenmusik inspirierten Maria Kalaniemi zu „So Shimmering“ – so der englische Titel – und anderen wundervollen Songs.

Mit ihrem Album „Bellow Poetry“ betrat die studierte Akkordeonistin insofern Neuland, als sie das erste Mal eine CD solo einspielte. Auch als Sängerin trat sie bisher kaum in Erscheinung, dabei macht sie ihre Sache glänzend: Ihre Stimme ist fest und voller Ausdruck, doch die Strahlkraft ihres Akkordeons bleibt Spitzenreiter: Jubilierend, fast überschäumend übernehmen das Gebläse und der Gesang abwechselnd die Führung und lassen keine weiteren Begleiter vermissen. Runengesängen und Hirtenmusik inspirierten Maria Kalaniemi zu „So Shimmering“ – so der englische Titel – und anderen wundervollen Songs.

KLAKKI (Island)

Tiny Woman

Selbst das Internet spuckt so gut wie keine Information über diese Band aus, deren Musik so geheimnisvoll wie verschroben klingt. Eigentlich ist Klakki ein Quartett, aber Nina Björk Eliasson prägt „Tiny Woman“ ganz allein mit ihrer Stimme und einem Harmonium. Ist das Pop, Jazz oder Folk? Von allem ein bisschen, und mit seiner depressiv-kaputten Stimmung erinnert es vor allem an Tom Waits. Auf der ersten CD sang Nina noch in Isländisch oder Dänisch, doch beim Nachfolge-Album hat sie sich ganz aufs Englische verlegt. Sperrig, fast surreal und immer poetisch bleibt diese isländische Musik trotzdem.

Selbst das Internet spuckt so gut wie keine Information über diese Band aus, deren Musik so geheimnisvoll wie verschroben klingt. Eigentlich ist Klakki ein Quartett, aber Nina Björk Eliasson prägt „Tiny Woman“ ganz allein mit ihrer Stimme und einem Harmonium. Ist das Pop, Jazz oder Folk? Von allem ein bisschen, und mit seiner depressiv-kaputten Stimmung erinnert es vor allem an Tom Waits. Auf der ersten CD sang Nina noch in Isländisch oder Dänisch, doch beim Nachfolge-Album hat sie sich ganz aufs Englische verlegt. Sperrig, fast surreal und immer poetisch bleibt diese isländische Musik trotzdem.

SUSANNE LUNDENG (Norwegen)

Vals Til Den Røde Fela

Die getragenen Läufe eines Pianos perlen dahin und legen das Fundament für eine schmelzend schöne Geigenmelodie, mit der die Virtuosin von den Lofoten wohl jedes Herz brechen wird. Lange hat sie die traditionelle Musik ihrer nordnorwegischen Heimat studiert, und dieser oft melancholische Gestus findet sich auch in ihrem „Walzer für eine rote Geige“ wieder. Ein Instrumental sieben Minuten lang packend auszugestalten – daran sind schon viele gescheitert. Susanne Lundeng als „Paganini des Nordens“ meistert diese Herausforderung jedoch mühelos mit eleganter Phrasierung und vibrierender Leidenschaft.

Die getragenen Läufe eines Pianos perlen dahin und legen das Fundament für eine schmelzend schöne Geigenmelodie, mit der die Virtuosin von den Lofoten wohl jedes Herz brechen wird. Lange hat sie die traditionelle Musik ihrer nordnorwegischen Heimat studiert, und dieser oft melancholische Gestus findet sich auch in ihrem „Walzer für eine rote Geige“ wieder. Ein Instrumental sieben Minuten lang packend auszugestalten – daran sind schon viele gescheitert. Susanne Lundeng als „Paganini des Nordens“ meistert diese Herausforderung jedoch mühelos mit eleganter Phrasierung und vibrierender Leidenschaft.